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Die digitale Version der sozialen Unterstützung in Zeiten von Corona - Von Prof. Dr. Sabrina Krauss

Würde man uns Menschen in der Tierhandlung kaufen können, stünde an unserem Käfig ein Schild mit der Aufschrift: nicht einzeln halten! In den letzten Tagen ist aber genau das von uns gefordert. Wir sind aufgerufen, die physischen zwischenmenschlichen Kontakte zu minimieren, nicht zuletzt unsere Bundeskanzlerin empfahl, dass z.B. Enkel ihren Großeltern einen Podcast aufnehmen könnten, um den sozialen Kontakt weiter aufrecht zu erhalten.

Prof. Dr. Sabrina Krauss ist Professorin für Psychologie und Studiengangleiterin für die Studiengänge „Arbeits- und Organisationspsychologie“ und „Psychologie“ an der SRH Hochschule Hamm. Sie ist seit mehr als 10 Jahren psychologische Beraterin unterschiedlicher Wirtschaftsunternehmen, insbesondere zu den Themen Digitalisierung und Change Management.

Selbstverständlich besitzen Berührungen, zärtlicher oder freundschaftlicher Natur, die Fähigkeit, die Ausschüttung diverser Hormon-Cocktails zu erwirken und sowohl dem Empfänger als auch dem Sender ein gutes Gefühl zu ermöglichen. Da diese Art der natürlichen Wohlfühl-Drogen nun eingeschränkt möglich ist, lohnt sich ein Blick auf die Wirkweisen der digitalen Zuwendung.

Digital meint an dieser Stelle die Kommunikation unter Zuhilfenahme technischer Geräte, deren Vielfalt in den letzten Jahren (Digitalisierung) zunehmend angewachsen ist und einigen Spielraum in der Auswahl und Wirkung einräumt.

Für welches Medium Sie sich auch entscheiden, wichtig ist, dass Sie im Kontakt bleiben. Das Hören der Stimme geliebter Menschen kann ebenfalls die Ausschüttung einiger Botenstoffe in unserem Körper anregen. Egal was gesprochen wird, allein das Hören der Stimme hat bereits eine positive Wirkung. Zusätzlich zum bloßen Vorhandensein der Stimme, können die Trost und Zuversicht spendende Worte das gute Gefühl des Botschaften-Empfängers weiter verstärken. Ein Gespräch – doppelte Wirkung. Wenn Sie dann noch darauf achten, dass Sie zusätzlich zu den eigenen Worten auch noch zuhören und die Ängste und Sorgen des Anderen zunächst ohne Ratschläge entgegen nehmen, haben Sie ein hilfreiches Wirk-Trio auf den Weg gebracht, welches nicht nur dem Empfänger, sondern gleichermaßen dem Geber gut tut.

Bei den Messenger-Diensten können bei der bloßen Nutzung der Textfunktion zwar die Frequenzen der Stimme entfallen, dennoch bietet das In-Kontaktbleiben Raum für die Schilderung der eigenen Sorgen. Auch hier ist es wichtig, die Sorgen und Ängste des Anderen nicht klein- oder weg reden zu wollen. Es ist ok, wenn man als Zuhörer bzw. Leser der Messenger-Nachrichten keinen Rat weiß. Im Sinne der Ressourcenstärkung ist es zudem hilfreich, nach dem man eine Weile die Problematiken erörtert und viel zugehört hat, auch die stärkenden Momente des Tages oder der Situation zu thematisieren. Im Sinne der positiven Psychologie ist es überaus wirkungsvoll, vor allem in Krisenzeiten, sich auf die Dinge zu besinnen, die gerade gut laufen. Das kann zum Beispiel die Zeit mit der Familie sein oder die schöne Nachricht von einer nahestehenden Person. Üben Sie sich in Dankbarkeit für das, was Sie haben, für das, was oder wer Sie umgibt oder für die Menschen, die Ihnen zeigen, dass sie an Sie denken.

Aus Forschungsarbeiten im Grenzgebiet zwischen Medizin und Psychologie ist bekannt, dass die Art unseres Denkens durchaus einen Einfluss auf unser Immunsystem haben kann. Sich auf die Ressourcen zu besinnen, fördert also die Stimmung, wirkt sich positiv auf das Befinden aus und kann sogar das Immunsystem stärken.

Sie können selbst einiges dazu beitragen, dass es Ihnen und Ihren Mitmenschen weiter gut oder auch besser geht. Jemand anderem etwas Gutes zu tun, stärkt immer auch Sie selbst. Probieren Sie es doch gleich einmal aus.

Unser Kontakt

Prof. Dr. Sabrina Krauss

Professorin für Psychologie

Leitung der Studiengänge „Psychologie“ und „Arbeits- und Organisationspsychologie“
sabrina.krauss[at]srh.de
Platz der Deutschen Einheit 1
59065 Hamm
Telefon +49 2381 9291-509 E-Mail schreiben